Liebe Beachvolleyball-Community


Ein Szenario wie das vorherrschende kannten wir bislang nur aus der Fiktion diverser Katastrophenfilme. In der Realität hat freilich keiner von uns wirklich Ahnung, wie damit umzugehen ist. Allein eines eint uns in dieser schwierigen Zeit: Die Gewissheit, dass alles, das nicht in direktem Zusammenhang mit der Eliminierung des Virus steht, hintangestellt werden muss. Das ist nur logisch, hat für viele von uns allerdings dramatische Auswirkungen.


Nun sagen Experten vorher, dass man in den Monaten Juli und August mit dem Höhepunkt der Pandemie rechnen muss. Und das wiederum bedeutet für uns, dass zum jetzigen Zeitpunkt niemand die Verantwortung übernehmen kann, mit ruhigem Gewissen und aus voller Überzeugung an die Umsetzung der geplanten Events heranzugehen. Nach langen Gesprächen mit dem Weltverband, unseren Sponsoren sowie Partnern und Vertretern der Städte Wien und Hamburg haben wir uns also entschieden die beiden Major-Turniere abzusagen. Und auch für die Veranstaltung in Gstaad können wir keinen Beitrag zum Upgrade mehr leisten.


Es stimmt uns sehr traurig, diese Entscheidung bekanntgeben zu müssen. Momentan bleibt uns nur die Hoffnung, dass die globale Krise bald abebbt und unter Kontrolle gebracht wird. Dann werden wir mit voller Energie und ungebrochenem Einsatz die Arbeit zur Realisierung unserer Veranstaltungen im Jahr 2021 in Angriff nehmen.


Mein persänlicher Dank gilt allen, die in den vergangenen 25 Jahren unsere Begeisterung für Beachvolleyball geteilt und unterstützt haben. Und ich glaube fest daran, dass wir schon im kommenden Jahr neuerlich den Nachweis unserer Subline liefern können:


Goosebumps don't lie - See you @ the Beach!


Euer Hannes Jagerhofer für das Beach Majors Team
Gründer der Beach Volleyball Major Series

2016-10-24 13:12:00 CET

More Than Sports: Wie zwei Leben

Über die facettenreichen Aktivitäten unserer Beach-Volleyball-Schiedsrichter

Drago Peslac hat eine bewundernswerte Einstellung zum Leben. Als gelernter Ingenieur könnte er viel Geld verdienen, doch vor sechs Jahren entschied sich der Kroate, lieber als Lehrer zu arbeiten. Jetzt gibt er Informatik-Unterricht. Ein Hauptgrund für diesen Wechsel war, dass Drago alter Job zu sehr mit seiner Leidenschaft kollidierte: Im Sommer arbeitet Drago Peslac als Beach-Volleyball-Schiedsrichter. Der 46-Jährige ist eine der guten Seelen, die pro Saison etwa 3.000 Spiele auf der FIVB World Tour leiten. „Das macht dich reicher als Geld“, sagt er. 

Drago Preslac leitet lieber Beach Volleyball-Spiele, als im Beruf des Ingenieurs zu arbeiten. Credit: FIVBDrago Preslac leitet lieber Beach Volleyball-Spiele, als im Beruf des Ingenieurs zu arbeiten. Credit: FIVB

Die Frauen und Männer mit den blauen Shirts und blauen Kappen kümmern sich um die Fairness auf dem Platz, aber habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, was sie in der Off Season machen? Wenn er nicht gerade seiner Arbeit als Lehrer nachgeht, bastelt Drago mit Vergnügen an Oldtimern herum. Gern nimmt er sich auch Zeit, seine Vögel zu beobachten. Drago hat zwei Papageien, die er gern im Wohnzimmer herumfliegen lässt. Während der Saison fliegt er dann selbst durch die Weltgeschichte, die FIVB spendiert Flug, Unterkunft und eine Tagespauschale. Leben kann man davon nicht unbedingt, aber darum geht es Drago auch nicht: „Diese Tätigkeit verschafft mir eine andere Perspektive auf das Leben“, sagt er. Seit 2004 arbeitet er als internationaler Schiedsrichter. „Es ist ein bisschen, wie zwei Leben zu haben“, sagt er.

Drago als Informatik-Lehrer in der Schule in Split. Credit: Drago PeslacDrago als Informatik-Lehrer in der Schule in Split. Credit: Drago Peslac

Die schönste Nebensache der Welt

„Manchmal frage ich mich, warum ich das eigentlich mache“, gibt Martin Karner zu. Der 39-Jährige hat einen Vollzeitjob bei A1. Als studierter Wirtschaftsinformatiker ist er verantwortlich für die Netzwerkplanung des Mobilfunkanbieters. Er hat fünf Wochen Urlaub im Jahr. Viereinhalb davon nutzt er, um wie Drago als Schiedsrichter auf der World Tour zu arbeiten. Seit 2013 leitet er internationale Wettkämpfe. „Ich hatte immer schon einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit“, sagt Karner. Doch da ist noch etwas anderes: „Da gibt es diesen Moment, wenn du draußen stehst, auf dem Center Court in Klagenfurt und das Finale pfeifst, I bekomme schon Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.“

Martin liebt es bei den Spielen im Center Court für Recht und Ordnung zu sorgen. Fotocredit: FIVB.Martin liebt es bei den Spielen im Center Court für Recht und Ordnung zu sorgen. Fotocredit: FIVB.

Während der Off Season arbeitet Martin zusätzlich als Volleyball-Trainer in Österreich. „Es ist spannend, mal auf der anderen Seite zu stehen“, sagt er. Ich muss zugeben, es kommt auch nicht so selten vor, dass ich dann als Trainer die Schiedsrichter hinterfrage“, sagt er lachend. Martin ist außerdem ein leidenschaftlicher Snowboarder, Langeweile kommt bei ihm jedenfalls nicht auf in der Off Season, im Gegenteil. 

Im Sommer disziplinierter Schiedsrichter, im Winter leidenschaftlicher Snowboarder . Credit: Martin KarnerIm Sommer disziplinierter Schiedsrichter, im Winter leidenschaftlicher Snowboarder . Credit: Martin Karner

Martin hat selbst einmal Volleyball gespielt, musste aber wegen diverser Verletzungen aufhören. „Als Schiedsrichter zu arbeiten, gibt mir die Möglichkeit, weiterhin ein Teil dieses geilen Sports zu sein“, sagt er. Ähnlich denkt auch Drago. „Wir helfen dabei, Beach Volleyball in die Welt zu tragen“, sagt er. 2011 reiste er für ein FIVB-Entwicklungsprogramm nach Togo und erklärte den Menschen dort, wie man Felder aufbaut und Turniere organisiert. „Das war eine der interessantesten Erfahrungen meines Lebens“, sagt er. Viele FIVB-Schiedsrichter haben interessante Off-Court-Fertigkeiten. In der nächsten Woche stellen wir euch weitere vor.

Drago mit seiner Gruppe beim Kooperations-Programm in Togo, 2011. Credit: Drago PeslacDrago mit seiner Gruppe beim Kooperations-Programm in Togo, 2011. Credit: Drago Peslac

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