Liebe Beachvolleyball-Community


Ein Szenario wie das vorherrschende kannten wir bislang nur aus der Fiktion diverser Katastrophenfilme. In der Realität hat freilich keiner von uns wirklich Ahnung, wie damit umzugehen ist. Allein eines eint uns in dieser schwierigen Zeit: Die Gewissheit, dass alles, das nicht in direktem Zusammenhang mit der Eliminierung des Virus steht, hintangestellt werden muss. Das ist nur logisch, hat für viele von uns allerdings dramatische Auswirkungen.


Nun sagen Experten vorher, dass man in den Monaten Juli und August mit dem Höhepunkt der Pandemie rechnen muss. Und das wiederum bedeutet für uns, dass zum jetzigen Zeitpunkt niemand die Verantwortung übernehmen kann, mit ruhigem Gewissen und aus voller Überzeugung an die Umsetzung der geplanten Events heranzugehen. Nach langen Gesprächen mit dem Weltverband, unseren Sponsoren sowie Partnern und Vertretern der Städte Wien und Hamburg haben wir uns also entschieden die beiden Major-Turniere abzusagen. Und auch für die Veranstaltung in Gstaad können wir keinen Beitrag zum Upgrade mehr leisten.


Es stimmt uns sehr traurig, diese Entscheidung bekanntgeben zu müssen. Momentan bleibt uns nur die Hoffnung, dass die globale Krise bald abebbt und unter Kontrolle gebracht wird. Dann werden wir mit voller Energie und ungebrochenem Einsatz die Arbeit zur Realisierung unserer Veranstaltungen im Jahr 2021 in Angriff nehmen.


Mein persänlicher Dank gilt allen, die in den vergangenen 25 Jahren unsere Begeisterung für Beachvolleyball geteilt und unterstützt haben. Und ich glaube fest daran, dass wir schon im kommenden Jahr neuerlich den Nachweis unserer Subline liefern können:


Goosebumps don't lie - See you @ the Beach!


Euer Hannes Jagerhofer für das Beach Majors Team
Gründer der Beach Volleyball Major Series

2016-11-22 13:04:00 CEST

More Than Sports: Schiedsrichter bis zum letzten Atemzug

Nachruf für Dan Apol

Ein Mann im besten Alter steigt die Himmelsleiter empor. Plötzlich blickt er in die treuen Augen eines alten Begleiters. Er erkennt einen Mastiff, seinen geliebten Hund, den er vor Jahren verloren hat. Seine Augen füllen sich mit Tränen, so groß ist die Freude über das unverhoffte Wiedersehen: Dan Apol and sein Hund Artimus sind wieder vereint.

Hier auf Erden sind unsere Augen mit Tränen gefüllt, doch unsere Gesichter erhellt kein Lächeln, denn eine großartige Persönlichkeit ist von uns gegangen. FIVB-Schiedsrichter Dan Apol verstarb am vergangenen Mittwoch. „Vielleicht wurde er nach Hause gerufen oder von einer höheren Macht zu sich geholt“, sagt sein bester Freund, FIVB-Schiedsrichter Keith Murlless

„RIP mein Bruder. Du leuchtest hell für uns alle“, Schiedsrichter Richard Casutt aus Neuseeland Credit: Richard Casutt„RIP mein Bruder. Du leuchtest hell für uns alle“, Schiedsrichter Richard Casutt aus Neuseeland Credit: Richard Casutt

Dan wurde nur 44 Jahre alt. Jemanden gehen zu lassen, ist eine der härtesten Prüfungen, die das Leben für uns bereithält. Die Frage nach dem „Warum“ drängt sich unmissverständlich auf, gerade, wenn jemand so jung von uns geht wie der US-Amerikaner Dan. Doch er selbst hilft uns dabei: „Das Leben wird nicht gemessen an den Atemzügen, die wir nehmen, sondern an den Momenten, die uns den Atem nehmen.“ Dieses Zitat hängt über der Treppe bei Dan und seiner Frau Bonnie Apols zu Hause.

Ein Mann mit einem großen Herz und einem starken Willen

„Er war ein Freund, ein perfekter Mitbewohner, einer, der Fußstapfen hinterlässt“, sagt sein Freund, FIVB-Schiedsrichter Jose Maria Padron. Dan war ein direkter Typ mit einem ausgeprägten Sinn für Recht und Gerechtigkeit. „Er war rechthaberisch, aber im positiven Sinn“, sagt FIVB Media Delegate Tim Simmons. „Es war immer eine Freude, ihn um sich zu haben, auch wenn er mal eine falsche Entscheidung traf, was äußerst selten der Fall war.“

FIVB-Fotografin Conny Kurth machte einmal die Bekanntschaft mit Dans starkem Willen. „Beim Grand Slam in Den Haag hatten wir mal einen Riesenstreit“, erzählt sie. „Er wollte mich vom Feld schicken und ich wollte nicht gehen. Das Spiel konnte nicht losgehen. Wir mussten den Referee Delegate holen, um zu schlichten.“ Erst bei der WM haben die Zwei sich wieder vertragen. „Dafür war es dann umso besser. Ich mochte ihn wirklich sehr.“

„Dan war mein Kommilitone und Freund, seit wir 2004 in Cagliari den FIVB-Kurs gemeinsam absolviert haben. Die Erinnerungen an viele wundervolle gemeinsame Stunden machen mich froh. In Gedanken und in meinem Herzen, bin ich immer noch mit ihm, irgendwo auf dem Feld.“ FIVB-Schiedsrichter Drago Peslac. Credit: Drago Peslac„Dan war mein Kommilitone und Freund, seit wir 2004 in Cagliari den FIVB-Kurs gemeinsam absolviert haben. Die Erinnerungen an viele wundervolle gemeinsame Stunden machen mich froh. In Gedanken und in meinem Herzen, bin ich immer noch mit ihm, irgendwo auf dem Feld.“ FIVB-Schiedsrichter Drago Peslac. Credit: Drago Peslac

Auch bei den Spielern war Dan beliebt: "Er war echt cooler Typ, sehr entspannt off und on court“, sagt Olympiasiegerin Laura Ludwig. „Es gibt Menschen auf der Tour, da freut man sich einfach immer, wenn man sie bei einem Turnier sieht. Dan hat für mich immer dazu gehört“, sagt Britta Büthe. „Immer wenn Karla und ich gesehen haben, dass er als Schiedsrichter für unser Spiel eingeteilt war, haben wir uns gesagt, dass es ein gutes Zeichen sein muss.Ich kann es noch nicht glauben, dass ich ihn nicht mehr auf einem Beach-Volleyball-Platz dieser Welt sehen werde.“

Nach seinem Tod wird Dan zum Lebensretter

 

Doch etwas wird bleiben: Das Bild von Dans bereits verstorbenem Hund ziert einen Großteil der Schiedsrichter-Abzeichen dieser Welt. Dan hat die Aufkleber produziert und pflegte zu sagen: „Wenn alle so friedlich wären wie Artimus, würde es auf der Welt keine Kriege geben.“ Der Aufkleber war sein Glücksbringer. Jetzt erinnert er uns an einen Mann, der tat was er liebte. Er ging von uns, während er seiner Leidenschaft nachging. Dan Apol wurde gerufen, während er ein lokales Volleyballspiel in Colorado Springs schiedste.

 

„Wir können uns alls so glücklich schätzen, dass wir mit ihm arbeiten durften, ihn zum Freund hatten“, sagt Keith. „Und nun wird Dan sogar zum Lebensretter, als Organspender wird er diese Woche um die 40 Leben retten.“ Diese Tatsache zauberte ein Lächeln in das Gesicht seiner Frau Bonnie — selbst an dem Tag, an dem sie sich endgültig von ihrem geliebten Dan verabschieden musste. Wir alle sollten ihr, Dan und uns selbst ein Lächeln schenken, und uns all die freudigen und lustigen Momente in Erinnerung rufen, die wir mit ihm verbinden. Auch die Momente, in denen wir kontroverse Diskussionen führten, Momente des blinden Verstehens und natürlich die, wenn wir mit ein wenig Unmut akzeptieren mussten, dass Dan mal wieder Recht behalten sollte.

Dan Apol, das Schiedsrichter-Abzeichen mit Artimus und sein guter Freund Jose Maria Padron.  Credit: Jose Maria PadronDan Apol, das Schiedsrichter-Abzeichen mit Artimus und sein guter Freund Jose Maria Padron. Credit: Jose Maria Padron

Conny trägt Artimus auf ihrem Koffer durch die Welt. Credit: www.kurth-media.deConny trägt Artimus auf ihrem Koffer durch die Welt. Credit: www.kurth-media.de

Ruhe in Frieden, Dan.

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