Liebe Beachvolleyball-Community


Ein Szenario wie das vorherrschende kannten wir bislang nur aus der Fiktion diverser Katastrophenfilme. In der Realität hat freilich keiner von uns wirklich Ahnung, wie damit umzugehen ist. Allein eines eint uns in dieser schwierigen Zeit: Die Gewissheit, dass alles, das nicht in direktem Zusammenhang mit der Eliminierung des Virus steht, hintangestellt werden muss. Das ist nur logisch, hat für viele von uns allerdings dramatische Auswirkungen.


Nun sagen Experten vorher, dass man in den Monaten Juli und August mit dem Höhepunkt der Pandemie rechnen muss. Und das wiederum bedeutet für uns, dass zum jetzigen Zeitpunkt niemand die Verantwortung übernehmen kann, mit ruhigem Gewissen und aus voller Überzeugung an die Umsetzung der geplanten Events heranzugehen. Nach langen Gesprächen mit dem Weltverband, unseren Sponsoren sowie Partnern und Vertretern der Städte Wien und Hamburg haben wir uns also entschieden die beiden Major-Turniere abzusagen. Und auch für die Veranstaltung in Gstaad können wir keinen Beitrag zum Upgrade mehr leisten.


Es stimmt uns sehr traurig, diese Entscheidung bekanntgeben zu müssen. Momentan bleibt uns nur die Hoffnung, dass die globale Krise bald abebbt und unter Kontrolle gebracht wird. Dann werden wir mit voller Energie und ungebrochenem Einsatz die Arbeit zur Realisierung unserer Veranstaltungen im Jahr 2021 in Angriff nehmen.


Mein persänlicher Dank gilt allen, die in den vergangenen 25 Jahren unsere Begeisterung für Beachvolleyball geteilt und unterstützt haben. Und ich glaube fest daran, dass wir schon im kommenden Jahr neuerlich den Nachweis unserer Subline liefern können:


Goosebumps don't lie - See you @ the Beach!


Euer Hannes Jagerhofer für das Beach Majors Team
Gründer der Beach Volleyball Major Series

2016-05-24 19:13:00 CEST

Julias Brink erklärt den Unterschied zwischen deutschen Männern und Frauen

Vier Teams, aber nur zwei Tickets

Ich habe nun „ausgetanzt" und während ich so meine Wunden lecke, passiert in Sachen Beach Volleyball gerade so einiges.
Die Olympiaquali geht in die entscheidende Phase und ich muss sagen, dass mir jetzt wieder klar wird, warum ich Beach Volleyball so liebe.“

Julius Brink in seienr neuen Rolle am Center Court. Photo credit: Swatch Major SeriesJulius Brink in seienr neuen Rolle am Center Court. Photo credit: Swatch Major Series

Warum? Kann ich euch sagen…
Weil wir auch jetzt in 2016 ganz großartige Teams nach Rio schicken werden, die den deutschen Beach Volleyball auf eine erfolgreiche internationale Bühne heben. Als Jonas und ich ziemlich schnell und (zu) früh nach dem Sieg in London unsere Karriereenden bekanntgegeben haben, da hörte ich so manches Rumoren in der Szene, frei nach dem Motto: "Toll, jetzt haben wir mal Erfolg und mediales Interesse in der Sportart und schon ist es wieder vorbei.“

Schade, dass den deutschen Teams nicht mehr zugetraut wurde, seitdem. Zu Unrecht, wie ich meine! Denn auch in Rio kann es sehr wohl wieder Teams geben, die "sportliche den Vogel abschießen“ und sehr wohl Medaillenchancen haben werden. Die Medien sollten sehr wohl langsam ein Auge auf die deutschen Teams lenken!

Dafür müssen sich die Protagonisten nicht unbedingt für den Playboy ausziehen, oder bei Let’s Dance mitmachen (ach lassen wir das besser).
Und da sind wir auch schon beim Thema.
Wir erleben gerade die wohl spannendste Olympiaqualifikation, die ich je erlebt habe. Und das in zwei unterschiedlichen Dimensionen. Bei den Frauen könnten wir vier Teams nach Rio schicken. Dies schafft neben Deutschland derzeit keine andere Nation der Welt und das ist verdammt stark!
Laura und Kira sind seit letzter Woche für Rio qualifiziert, doch gezweifelt hat daran schon langer keiner mehr. Ich glaube fest daran, dass die beiden dort eine Medaille holen. Noch nie ist ein Team aus Deutschland mit solchen Vorzeichen zu den Olympischen Spielen gefahren. Auch Jonas und ich nicht. Vielleicht noch Jonas und Markus in 2004.
Und was beim Kampf um Ticket Nr.2 abgeht, finde ich einfach nur noch geil. Ein „Battle" wie man ihn sich wünscht. Nun stehen noch drei Turniere auf dem Programm: Grand Slam in Moskau, EM in Biel und dann, als wenn man es in einem Drehbuch lesen würde: Das Heimspiel, der Stop der Swatch Beach Volleyball Major Series in Hamburg.
Hier kann man Frank Mackerodt und seiner Crew nur gratulieren, dass sie es nun mit Hilfe der Major Series angehen werden und versuchen ein Event auf die Beine zu stellen, den die Sportart in Deutschland verdient hat.
Ich kenne die Swatch Major Series und ich muss sagen, dass diese Turniere ein Novum in Sachen Beach Volleyball darstellen. Für die Zuschauer vor Ort, in der TV-Produktion und eben ganz besonders für die Spieler. Das wird was ganz Grosses!

Vom ganzen Aufbau und Setting her ist das das Beste, was es im internationalen Zirkus gerade gibt. Und das haben wir bald auch in Deutschland. In genau zwei Wochen. Vor der Haustür. Und das ist genau der Grund warum ich gerade so froh bin und mich wie ein kleines Kind darauf freue. Man möge sich nur ausmalen, dass Holtwick/Semmler dort im direkten Vergleich gegen Borger/Büthe spielen in der K.O.-Runde. Das werden die Spiele sein, die wir sehen wollen und über die noch Jahre gesprochen wird. Herrlich. Was willst du mehr?

Julius Brink fängt Skyball von Adrian Carambula an Deck der MSC Orchestra während des Stavanger Majors 2015. Photo credit: Swatch Major SeriesJulius Brink fängt Skyball von Adrian Carambula an Deck der MSC Orchestra während des Stavanger Majors 2015. Photo credit: Swatch Major Series

Bei den Männern erleben wir eine ebenso spannende Qualifikation, nur eben um die letzten Olympia-Tickets.
Ich hoffe und wünsche den beiden Männerduos, dass ihnen der Umweg über den Continental-Cup erspart bleibt. Derzeit sind die beiden Teams ja knapp drin und es wäre schon sehr wichtig, dass wir mit zwei Männer-Duos in Rio vertreten sind. Sicherlich tragen einerseits die Verletzungen von Kay und Lars dazu bei, dass es gerade zum Ende hin so eng wird, andererseits fehlen da einfach ein paar Top-Ergebnisse mehr bei den fetten Turnieren (Grand Slam, Majors, WM).
Gerade die Teilnahme am Continental-Cup würde mir Sorge bereiten, denn zum einen kostet sie viel Kraft und Nerven, zum anderen: Wen sollte man als GER 3 (wenn ein Ticket über die Weltrangliste geholt wurde) nominieren? So recht drängt sich da keiner auf. Und auch dies spiegelt die Situation bei den Männern wieder. Das hohe Niveau wie bei den Frauen haben wir im internationalen Vergleich hier nicht.
Das klingt zwar jetzt ein wenig nach „Joachim Lambi“, aber auch der hat oftmals in der Sache Recht.

Sportliches Niveau hin oder her. Ich wünsche mir einfach drei geile Wochen mit spannenden Matches und einem Showdown beim Smart Major Hamburg der es in sich hat. Dann klappt’s auch mit dem Fernsehen. Sport1 hat sich ja angekündigt…

Bis die Tage, spätestens in Hamburg!

Julio äh. Julius (ganz der Alte!)

P.S.: Fragt mich jetzt bitte nicht was nach Rio kommt, davor habe ich selber ein bisschen Angst, aber das ist ein anderes Thema...

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