Liebe Beachvolleyball-Community


Ein Szenario wie das vorherrschende kannten wir bislang nur aus der Fiktion diverser Katastrophenfilme. In der Realität hat freilich keiner von uns wirklich Ahnung, wie damit umzugehen ist. Allein eines eint uns in dieser schwierigen Zeit: Die Gewissheit, dass alles, das nicht in direktem Zusammenhang mit der Eliminierung des Virus steht, hintangestellt werden muss. Das ist nur logisch, hat für viele von uns allerdings dramatische Auswirkungen.


Nun sagen Experten vorher, dass man in den Monaten Juli und August mit dem Höhepunkt der Pandemie rechnen muss. Und das wiederum bedeutet für uns, dass zum jetzigen Zeitpunkt niemand die Verantwortung übernehmen kann, mit ruhigem Gewissen und aus voller Überzeugung an die Umsetzung der geplanten Events heranzugehen. Nach langen Gesprächen mit dem Weltverband, unseren Sponsoren sowie Partnern und Vertretern der Städte Wien und Hamburg haben wir uns also entschieden die beiden Major-Turniere abzusagen. Und auch für die Veranstaltung in Gstaad können wir keinen Beitrag zum Upgrade mehr leisten.


Es stimmt uns sehr traurig, diese Entscheidung bekanntgeben zu müssen. Momentan bleibt uns nur die Hoffnung, dass die globale Krise bald abebbt und unter Kontrolle gebracht wird. Dann werden wir mit voller Energie und ungebrochenem Einsatz die Arbeit zur Realisierung unserer Veranstaltungen im Jahr 2021 in Angriff nehmen.


Mein persänlicher Dank gilt allen, die in den vergangenen 25 Jahren unsere Begeisterung für Beachvolleyball geteilt und unterstützt haben. Und ich glaube fest daran, dass wir schon im kommenden Jahr neuerlich den Nachweis unserer Subline liefern können:


Goosebumps don't lie - See you @ the Beach!


Euer Hannes Jagerhofer für das Beach Majors Team
Gründer der Beach Volleyball Major Series

2016-07-28 13:10:00 CEST

More than sports: „Seit fünf Jahren überlege ich, meine Karriere zu beenden“

Limian Barsouk spielt seit 1999 auf der FIVB World Tour - in diesem Jahr möchte er zum zweiten Mal für Russland bei den Olympischen Spielen antreten, doch diese Entscheidung liegt nicht in seinen Händen

Vor acht Jahren stand Dmitri Barsouk auf dem Center Court in Klagenfurt und konnte kaum fassen, was gerade geschehen war. Zusammen mit seinem Partner Igor Kolodinsky hatte er 2008 den FIVB Grand Slam in Kärntens Hauptstadt gewonnen. Es war die erste Goldmedaille für ein russisches Beach Volleyball Team überhaupt. Für Dmitri blieb es bislang auch die einzige, die er je bei einem Grand Slam oder Major Turnier holen konnte. In diesem Jahr kämpft er beim ersten Klagenfurt Major, mit seinem Partner Nikita Liamin gegen die Lokalmatadoren Doppler/Horst (AUT), und die vier US-Amerikaner Hyden/Bourne and Crabb/Crabb um den Einzug in die K.o.-Runde.

„Klagenfurt ist für mich das schönste Turnier der ganzen Tour“, sagt Barsouk. „Ich mag den harten Sand, und dass wir hier nie Wind haben.“ In Russland hat er genauso harten Sand, aber allzu gern spielt Dmitri gar nicht zu Hause. „Der Grand Slam in Moskau ist extrem anstrengend für mich“, gibt er zu. „So viele Leute kennen mich, und jeder meint, einen Ratschlag abliefern zu müssen, was ich auf dem Feld besser machen könnte“, sagt er. Auf derlei Ratschläge aus dem Publikum würde Dmitri lieber verzichten, schließlich spielt der 36-Jährige bereits seit 1999 auf der FIVB World Tour.

Harter Qualifikationsprozess mit jugendlicher Unterstützung

Schon in einer Woche könnte Dmitri seine zweiten Olympischen Spiele nach Peking 2008 bestreiten. Der Qualifikationsprozess war hart für ihn und Nikita Liamin. Genau wie die Kanadier Josh Binstock und Sam Schachter schafften sie es nicht über die Rangliste, beim europäischen Continental Cup in Stavanger, scheiterten sie im Halbfinale an Österreich, konnten sich aber durch den dritten Platz für das World Continental Final in Sochi qualifizieren, wo sie endlich das zweite Olympia-Ticket für Russland lösen konnten (Konstantin Semenov und Viacheslav Krasilnikov hatten sich bereits über die Rangliste qualifiziert). „Wir hätten das schon in Stavanger klar machen müssen, gut, dass wir diese zweite Chance hatten“, sagt Barsouk. Das Nachwuchsteam um Oleg Stoyanovskiy und Artem Yarzutkin half dabei sehr, der Russische Volleyball Verband RVF sprach sich aber für Dmitri und Nikita aus, die die russischen Farben in Rio de Janeiro repräsentieren sollen. „Es war für den Qualifikationsprozess so wichtig, dass wir zwei gleichwertige Teams hatten“, sagt Dmitri, der die Situation der jungen Athleten gut nachvollziehen kann. Vor vier Jahren war er vor den Olympischen Spielen in London in der gleichen Situation und musste zu Hause bleiben.

Nikita Liamin und Dmitri Barsouk (links) feiern die geglückte Olympia-Qualifikation in Sochi (Credit: FIVB)Nikita Liamin und Dmitri Barsouk (links) feiern die geglückte Olympia-Qualifikation in Sochi (Credit: FIVB)

Obwohl er nun qualifiziert ist, wusste Dmitri aber bis zum vergangenen Sonntag nicht, ob er nicht wieder zum Zuschauen verbannt sein würde. Er musste die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees abwarten. Die Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatten Belege für staatlich gesteuertes Doping in Russland vorgelegt. Im Moskauer Dopinglabor seien über Jahre hinweg positive Proben verschwunden, das russische Sportministerium habe die Manipulationen überwacht, hieß es in dem in Toronto vorgestellten Report. Nachdem die russischen Leichtathleten komplett von den Spielen ausgeschlossen wurden, prüfte das IOC, auch alle anderen Sportler aus Russland die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu untersagen.

„Ich finde es nicht richtig, alle Russen zu sperren“

„Wir hatten Training am Sonntag und normalerweise bin ich jemand, der sich von nichts aus der Ruhe bringen lässt, aber ich konnte mich überhaupt nicht aufs Training konzentrieren“, erzählt Dmitri. „Ich finde es nicht richtig, alle Russen zu sperren, weil einige auf der Liste stehen, es wird ja auch nicht der komplette Radsport ausgeschlossen, wo gefühlt jeden zweiten Tag Dopingskandale auftreten.“ Letztendlich delegierte das IOC die Entscheidung an die Sportverbände weiter. In Sachen Beach Volleyball entscheidet nun die FIVB. „Die FIVB hat nach der IOC-Entscheidung vom 24 Juli beim russischen Verband angefragt und aktualisierte Teamlisten für Volleyball und Beach Volleyball für die Olympischen Spiele erhalten“, sagt FIVB-Kommunikationsleiter Richard Baker. „Die FIVB prüft diese Liste nun.“ Da auch im Beach Volleyball zwei Namen russischer Athleten im McLaren Report auftauchen, die bislang nicht veröffentlicht worden sind, ist das Thema noch nicht durch. „Niemand weiß, wer die beiden Sportler sind. Ich verstehe nicht, warum die Namen nicht einfach offengelegt und diese Sportler dann gesperrt werden“, ärgert sich Dmitri.

Dmitri Barsouk liebt die Bedingungen beim Turnier in Klagenfurt Credit: Ninja PriesterjahnDmitri Barsouk liebt die Bedingungen beim Turnier in Klagenfurt Credit: Ninja Priesterjahn

Diese Saison könnte die letzte sein für den 36-Jährigen. „Es wird immer härter für mich, die Sportler werden immer größer und stärker mit jedem Jahr“, sagt der 1,90 Meter große Abwehrspieler. „Seit fünf Jahren denke ich schon darüber nach, aufzuhören, doch dann bin ich doch immer wieder im Nationalteam“, lacht er. Dmitri liebt seinen Sport einfach. „Aber noch mehr liebe ich Kinder“, sagt er. Mit seiner Frau Anastasia, die ebenfalls auf der World Tour aktiv ist, hat er zwei Kinder, die drei und zehn Jahre alt sind. „Ich würde in Zukunft gern mit Kindern arbeiten, sie unterrichten und trainieren“, sagt Dmitri. Doch vorher möchte er noch einmal Olympia erleben – das Klagenfurt Major soll die Generalprobe dafür sein.

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