Liebe Beachvolleyball-Community


Ein Szenario wie das vorherrschende kannten wir bislang nur aus der Fiktion diverser Katastrophenfilme. In der Realität hat freilich keiner von uns wirklich Ahnung, wie damit umzugehen ist. Allein eines eint uns in dieser schwierigen Zeit: Die Gewissheit, dass alles, das nicht in direktem Zusammenhang mit der Eliminierung des Virus steht, hintangestellt werden muss. Das ist nur logisch, hat für viele von uns allerdings dramatische Auswirkungen.


Nun sagen Experten vorher, dass man in den Monaten Juli und August mit dem Höhepunkt der Pandemie rechnen muss. Und das wiederum bedeutet für uns, dass zum jetzigen Zeitpunkt niemand die Verantwortung übernehmen kann, mit ruhigem Gewissen und aus voller Überzeugung an die Umsetzung der geplanten Events heranzugehen. Nach langen Gesprächen mit dem Weltverband, unseren Sponsoren sowie Partnern und Vertretern der Städte Wien und Hamburg haben wir uns also entschieden die beiden Major-Turniere abzusagen. Und auch für die Veranstaltung in Gstaad können wir keinen Beitrag zum Upgrade mehr leisten.


Es stimmt uns sehr traurig, diese Entscheidung bekanntgeben zu müssen. Momentan bleibt uns nur die Hoffnung, dass die globale Krise bald abebbt und unter Kontrolle gebracht wird. Dann werden wir mit voller Energie und ungebrochenem Einsatz die Arbeit zur Realisierung unserer Veranstaltungen im Jahr 2021 in Angriff nehmen.


Mein persänlicher Dank gilt allen, die in den vergangenen 25 Jahren unsere Begeisterung für Beachvolleyball geteilt und unterstützt haben. Und ich glaube fest daran, dass wir schon im kommenden Jahr neuerlich den Nachweis unserer Subline liefern können:


Goosebumps don't lie - See you @ the Beach!


Euer Hannes Jagerhofer für das Beach Majors Team
Gründer der Beach Volleyball Major Series

2016-08-20 11:58:00 CEST

More than sports: Lucky Lupo

Eine schwere Zeit findet für Daniele Lupo ihren krönenden Abschluss bei der Schlusszeremonie in Brasilien.

Daniele Lupo konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Als alle Athleten zur Schlusszeremonie der großen Spiele ins Maracanã Stadion einliefen, stand der italienische Beach-Volleyball-Spieler schon im Scheinwerferlicht und schwenkte stolz die Fahne seines Heimatlandes.

Giovanni Malagò, Präsident des italienischen nationalen Komittees (CONI), hatte sich am Samstag für den 25-jährigen Daniele als Fahnenträger entschieden, der mit Partner Paulo Nicolai (28) Silber und damit die erste Medaille für Italiener überhaupt im Beach Volleyball geholt hat. „Ich bin sooooo glücklich“, sagte Daniele.

Stolzer Fahnenträger für Italien bei der Schlusszeremonie im Maracanã Stadion: Daniele Lupo Stolzer Fahnenträger für Italien bei der Schlusszeremonie im Maracanã Stadion: Daniele Lupo

So viel gespielt wie kein anderes Team

183 Punkte hat Daniele in diesem Turnier erzielt, damit führt er die Rangliste der Männer mit 20 Punkten Vorsprung vor Alison an. Kein Team hat so viele Spiele und Sätze an der Copacabana absolviert, wie das italienische Duo, das nach der Gruppenphase schon beinahe ausgeschieden wäre. Durch den verpatzten Start gegen die Mexikaner Lombardo Ontiveros und Juan Virgen (21:14, 14:21, 11:15) und die dramatische Niederlage im letzten Poolspiel gegen Nick Lucena und Phil Dalhausser (13:21, 21:17, 22:24), mussten die Italiener zum Lucky-Loser-Spiel antreten, das sie gerade so gegen die Polen Piotr Kantor und Bartosz Losiak gewannen (21:12, 15:21, 15:13).

Dann aber starteten die zweifachen Europameister (2014, 2016), die es in diesem Jahr in kein Halbfinale eines Grand Slams oder Majors geschafft haben, richtig durch. Erst besiegten sie ihre nationalen Konkurrenten Ranghieri/Carambula, dann die Russen Liamin/Barsuk und im Halbfinale das andere russische Duo Semenov/Krasilnikov. Im Finale gegen Alison/Bruno war Endstation, doch darüber grämen die beiden Athleten sich nicht.

Das kann noch nicht alles gewesen sein

Seit 2011 gehören Daniele und Paolo zu den stärksten Teams der Welt. Die beiden Italiener fallen vor allem durch ihre Unbeschwertheit auf. Selten sieht man, dass Lupo sich ärgert und selbst, wenn er ein Spiel verliert, huscht kurz nach dem Schlusspfiff wieder ein Lächeln über sein Gesicht. „Ich mache das vor allem aus Spaß“, sagt er. Diese Leichtigkeit hätte er vor einem Jahr beinahe verloren: Im März 2015 wurde ein bösartiger Tumor in seinem Körper gefunden. Daniele musste sofort operiert werden. „Danach war ein paar Tage nicht klar, ob sich schon Metastasen gebildet hatten und ich mich noch einer Chemotherapie unterziehen müsste.“ Das sei die schlimmste Zeit gewesen, erzählt Daniele. „Es gab Tage, an denen habe ich gedacht, ich bin doch erst 24, das kann doch noch nicht alles gewesen sein.“

Lupo: Auch mal nachdenklich: Beach Volleyballer Daniele Lupo Credit: ACTS/MoertlLupo: Auch mal nachdenklich: Beach Volleyballer Daniele Lupo Credit: ACTS/Moertl

War es auch nicht. Die OP war erfolgreich. „Ich bekam Gänsehaut als der Arzt es mir gesagt hat, und fühlte mich wie neu geboren“, sagt Lupo. Zwei Monate später stand er schon wieder im Sand. Am Anfang lief es noch nicht wieder rund, bei der WM in Holland erreichte das Duo nur einen enttäuschenden 17. Platz. „Ich habe nicht mit der gleichen Leichtigkeit gespielt – sicher, weil ich viel nachgedacht habe, und durch die Pause hatte ich auch ein bisschen die Automatismen der Technik verloren“, sagt Daniele.

Der längst mögliche Weg

Doch das Team blieb geduldig und kämpfte sich Turnier für Turnier zurück an die Weltspitze. „Paolo hat mir unheimlich geholfen in diese Zeit“, sagt Daniele. Auch auf dem Feld ist der 2,03 Meter große Blockspieler immer zur Stelle, wenn sein zehn Zentimeter kleinerer Abwehrspieler unter Druck gerät. Mit 16 Assen ist Paolo der beste Aufschläger des Turniers an der Copacabana. „Wir haben dabei den längst möglichen Weg genommen, aber dafür geht es jetzt nach Hause mit einem wunderbaren Silber“, schreibt Paolo auf seine Facebook-Seite. Es war echtes Teamwork, mit dem sie Italien die erste Medaille im Beach Volleyball bei diesem höchsten aller Turniere beschert haben.

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