Liebe Beachvolleyball-Community


Ein Szenario wie das vorherrschende kannten wir bislang nur aus der Fiktion diverser Katastrophenfilme. In der Realität hat freilich keiner von uns wirklich Ahnung, wie damit umzugehen ist. Allein eines eint uns in dieser schwierigen Zeit: Die Gewissheit, dass alles, das nicht in direktem Zusammenhang mit der Eliminierung des Virus steht, hintangestellt werden muss. Das ist nur logisch, hat für viele von uns allerdings dramatische Auswirkungen.


Nun sagen Experten vorher, dass man in den Monaten Juli und August mit dem Höhepunkt der Pandemie rechnen muss. Und das wiederum bedeutet für uns, dass zum jetzigen Zeitpunkt niemand die Verantwortung übernehmen kann, mit ruhigem Gewissen und aus voller Überzeugung an die Umsetzung der geplanten Events heranzugehen. Nach langen Gesprächen mit dem Weltverband, unseren Sponsoren sowie Partnern und Vertretern der Städte Wien und Hamburg haben wir uns also entschieden die beiden Major-Turniere abzusagen. Und auch für die Veranstaltung in Gstaad können wir keinen Beitrag zum Upgrade mehr leisten.


Es stimmt uns sehr traurig, diese Entscheidung bekanntgeben zu müssen. Momentan bleibt uns nur die Hoffnung, dass die globale Krise bald abebbt und unter Kontrolle gebracht wird. Dann werden wir mit voller Energie und ungebrochenem Einsatz die Arbeit zur Realisierung unserer Veranstaltungen im Jahr 2021 in Angriff nehmen.


Mein persänlicher Dank gilt allen, die in den vergangenen 25 Jahren unsere Begeisterung für Beachvolleyball geteilt und unterstützt haben. Und ich glaube fest daran, dass wir schon im kommenden Jahr neuerlich den Nachweis unserer Subline liefern können:


Goosebumps don't lie - See you @ the Beach!


Euer Hannes Jagerhofer für das Beach Majors Team
Gründer der Beach Volleyball Major Series

2016-09-12 18:19:00 CEST

More than sports: Küchenrolle statt Klatschpappe

Drei deutsche Beach Volleyball Nationalspielerinnen beenden ihre Karriere

Auf den Plätzen eins bis vier der Weltrangliste sind aktuell vier deutsche Damenduos zu finden. Ob beim Poreč Major, beim FIVB Grand Slam Long Beach oder Gstaad Major – Woche für Woche waren es acht deutsche Frauen, die in dieser Saison den Ton auf der FIVB World Tour angaben. Oft bekämpften sie sich auch gegenseitig, so wie in der Olympia-Qualifikation. Von der reinen Leistung hätten sie alle nach Rio de Janeiro fliegen dürfen, einzig die Länderquote verhinderte das.

Bei den Swatch Beach Volleyball FIVB World Tour Finals sind ebenfalls lediglich zwei Frauen und zwei Männerduos einer Nation zugelassen. In Toronto spielen daher nur die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst und die Poreč Champions Chantal Laboureur/Julia Sude um den letzten Titel der Saison. Die anderen zwei Duos fehlen allerdings nicht nur am Polson Pier:

Endlich Zeit für Familie und Freunde: Katrin Holtwick (rechts) and Ilka Semmler, Credit: Pollex/HOCH ZWEIEndlich Zeit für Familie und Freunde: Katrin Holtwick (rechts) and Ilka Semmler, Credit: Pollex/HOCH ZWEI

Die WM-Vierten von 2015, Katrin Holtwick (32) und Ilka Semmler (31), haben nach zehn gemeinsamen Jahren ihr Karriereende bekannt gegeben, gleiches gilt für Britta Büthe (28), Vize-Weltmeisterin von 2013, die sich sieben Jahre lang an der Seite von Karla Borger von Erfolg zu Erfolg gearbeitet hat. Während der Deutschen Beach Volleyball Meisterschaften am Timmendorfer Strand, wo Borger/Büthe ihre letzte gemeinsame Bronzemedaille gewonnen haben, verabschiedeten Fans, Familien, Trainer, Spieler und Offizielle die drei bemerkenswerten Athletinnen. „Statt der üblichen Klatschpappen, hätten die Veranstalter dieses Mal lieber Küchenrollen verteilen sollen“, bemerkte Halbfinalistin Melanie Gernert ob der vielen Tränen, die beinahe den Ostseestrand fluteten.

„Es wird ganz schwer ohne Britta“

Für Katrin, Ilka und Britta waren es Tränen der Wehmut, aber auch Tränen der Freude. Alle drei wirkten sehr zufrieden mit ihrer jeweiligen Entscheidung. „Es heißt doch immer, wenn es am schönsten ist, soll man gehen“, sagt Ilka. Sie und Katrin wurden zwar bei den Deutschen Meisterschaften nur Siebente spielten aber international nahezu ihre beste gemeinsame Saison. “Jetzt noch einmal vier Jahre anzuhängen, konnte ich mir aber nicht vorstellen“, sagt Katrin. Britta geht es ähnlich: „Meine Motivation ist einfach nicht mehr hoch genug, um noch einen Olympiazyklus anzugehen, das wäre dann auch gegenüber Karla und dem Team nicht fair“, sagt sie. Karla Borger will eigentlich weitermachen, sie weiß aber: „Es wird ganz schwer ohne Britta.“ Vor drei Jahren stand sie zuletzt ohne ihre langjährige Partnerin auf dem Feld – und das auch nur, weil Britta Büthe verletzt war. Beim FIVB Grand Slam in Berlin bildete Karla ein Team mit Julia Sude, und nicht wenige sehen in den beiden eine vielversprechende Konstellation für die nächsten Jahre. Dabei darf man aber nicht außer Acht lassen, dass Julia Sude und Chantal Laboureur sich in den vergangenen Monaten zu einem absoluten Top-Team entwickelt haben.

Lachen und weinen gleichzeitig nach ihrem letzten gemeinsamen Spiel: Britta Büthe (links) und Karla Borger, Credit: Ninja PriesterjahnLachen und weinen gleichzeitig nach ihrem letzten gemeinsamen Spiel: Britta Büthe (links) und Karla Borger, Credit: Ninja Priesterjahn

Nachdem sie die Olympia-Qualifikation verpasst hatten, starteten sie noch einmal richtig durch, aktuell sind sie das zweitbeste deutsche Damenteam hinter den alles überstrahlenden Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, die ihren Titel als Deutsche Meisterinnen am Samstag verteidigt haben. Im Finale wurden die Golden Girls von Laboureur/Sude allerdings mehr gefordert, als in nahezu allen Partien an der Copacabana (22:20, 23:21).  „Wir wollen auf jeden Fall noch vier Jahre weitermachen bis Tokio 2020“, sagt Chantal. „Ob wir das zusammen tun, entscheiden wird nach den Swatch Beach Volleyball FIVB World Tour Finals.“

Wie auch immer das Karussell sich drehen wird, der internationale Beach Volleyball verliert drei beeindruckende Athletinnen, die viel Qualität, Spielwitz und Leidenschaft auf die FIVB World Tour gebracht haben. 

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