Die fünf bekanntesten Signature Moves im Beachvolleyball

22.08.2020 - Vienna, Austria

Wenn du je ein internationales Beachvolleyball-Event besucht hast, bist du wahrscheinlich Zeuge von einem dieser coolen Moves geworden.

Im Beachvolleyball, so wie natürlich in jedem anderen im Leben generell, entwickeln Leute ihre eigene Art, Dinge anzugehen – oft sind sie damit so erfolgreich, dass sie ein Alleinstellungsmerkmal in ihrem Umfeld erreichen. Natürlich gelten im Sport ganz besondere Regeln und Standards, aber nicht immer sind diese der einzige Weg für Spieler, um ans Ziel zu kommen, oder sich von der Masse abzuheben.

Zum Beispiel mit typischen Bewegungen, Techniken oder Ritualen, die zu ihrer Beach-Identität dazugehören und von ihnen bis zur Perfektion geübt werden. Fans überall auf der Welt erkennen diese Besonderheiten ihrer Teams überall auf der Welt und lieben sie!

 

ANDERS MOLS BACKFLIP

Anders Mal kann viele beeindruckende Sachen mit einem Beachvolleyball in seiner Hand machen: Einer seiner Tricks bringt die Masse zum Auszucken wie kein anderer, und außergerechnet der passiert immer erst nach einem Match. Wenn du je ein Turnier besucht hast, wo die Beach Volley Vikings gewonnen haben – was nicht so schwer ist, wenn du irgendein Turnier in den letzten zwei Jahren besucht hast - weißt du genau, von was wir reden. Wenn der Wikinger-Applaus in den Tribünen startet, weißt du, jetzt wird etwas Besonderes passieren. In diesem Fall ist es Anders‘ Rückwärtssalto-Jubel! Eine Bewegung, die man einer 2 Meter großen Person niemals so elegant zutrauen würde, die jedoch ein Norwegischer Ausnahmeathlet mit Leichtigkeit meistert. Zugegebenermaßen ist es ein bisschen schade, dass sein Partner Christian Sørum nicht ganz mithalten kann – meist greift er parallel auf einen simplen Purzelbaum zurück – doch wer weiß, vielleicht hat er ja die Quarantäne dazu genutzt, zu üben.

 

LAURA LUDWIGS OFFENSIVE VERTEIDIGUNG

Die Offensive ist zum Punkten da, die Verteidigung dafür, dass die Gegner keine Punkte machen. Man muss ein Genie sein, um es zu schaffen, diese zwei Grundpfeiler des Beachvolleyballs zu kombinieren und beide Ziele zu erreichen – so unterschiedlich sie auch zu sein mögen. Und das alles mit nur einem Zug. Offen gesagt, Laura ist eben ein Genie. Wenn du verteidigst und es kommt ein Ball übers Netz, der gut annehmbar ist, was würdest du tun? Dich vermutlich darauf vorbereiten, den Ball schön zu deiner Partnerin zu baggern und ihr den Angriff so perfekt wie möglich vorzubereiten, oder? Nun ja, Laura ist in diesem Fall bereits zwei Schritte weiter als du. Aber fühl dich nicht schlecht, sie ist eigentlich meistens zwei Schritte weiter als wir alle. Denn sie würde das ganze abkürzen und den Ball vermutlich direkt zurück auf die Gegnerseite schmettern – baggern und punkten mit einer Berührung sozusagen. Dieser Move nennt sich aus gutem Grund „The Ludwig“. Und sicher, hast du ihn auch schon live bei ihr gesehen.

 

ADRIAN CARAMBULAS SKYBALL

Ein sehr beliebter Beach-Klassiker, den du vermutlich auch schon live erlebt hast. Carambulas ganze Spieltechnik ist ziemlich einzigartig und irgendwie sein Markenzeichen, aber einer seiner Moves ist dann doch noch mal verrückter und individueller als alle anderen: Seine Service-Technik ist das typischste am Spiel des italienischen Beach-Stars. Carambula ist wohl der einzige Spieler auf der Tour, der den Skyball regelmäßig anwendet – der Grund für seinen Spitznamen „Mr. Skyball“. Die Idee dahinter ist, den Ball weit wie möglich in die Luft zu schlagen, mit so viel Kraft wie möglich, damit er mit so viel Geschwindigkeit wie möglich auf der anderen Platzhälfte landet. Die Schwierigkeit für denjenigen, der so ein Service annehmen muss, ist nicht unbedingt die Geschwindigkeit, die der Ball an Fahrt aufnimmt, wenn er aus großer Höhe fällt, sondern der unberechenbare Spin, den er in der Luft bekommt. Fast nie landet ein Skyball am Sand wie im Video weiter unten, meistens bringt er die Teams aus ihrem Spiel-Flow, da aus der wackligen Annahme meist ein schlechter Pass zum Partner wird – was von Anfang an Carambulas Absicht war.

 

APRIL ROSS‘ UND ALIX KLINEMANS UMARMUNGEN

High-Fives und Motivationsschreie sind mitunter die gängigsten Jubelmöglichkeiten, aus denen die meisten Beachvolleyballer rund um den Globus schöpfen. Wenn ein wichtiger Punkt am Ende eines langen Ballwechselns gewonnen wird, ein Satz oder sogar das Match, ist es auch nicht unüblich, dass sich ein Team in den Armen liegt. Für die Amerikanerinnen Alix Klineman und April Ross verdient jeder Punkt eine Umarmung. Ob er wichtig ist, keine Bedeutung hat, rasch oder langwierig gewonnen wurde – es macht für sie keinen Unterschied. Jedes Mal umarmen sich die zwei, gratulieren sich und bedanken sich beieinander für ihren Einsatz. Man munkelt ja, dass sie diese Technik von einem früheren Coach abgeschaut haben, der darin ursprünglich mal eine Strategie sah, um älteren Spielern kleine Extra-Verschnaufpausen nach langen Ballwechseln zu ermöglichen. Bei April und Alix glauben wir jedoch, dass die zwei sich einfach so gerne mögen, dass sie jede Chance zur Umarmung nutzen – was für uns alle wirklich mehr als ok ist.  

 

ALEXANDER BROUWERS ‚CLAPSET‘

Wenn du je ein Match von Alexander Brouwer und Robert Meeuwsen gesehen hast, ist dir vermutlich aufgefallen, dass die Holländer den Ball richtig hart schlagen können. Und wenn du richtig gut aufgepasst hast, hast du vielleicht immer wieder ein unerwartetes Geräusch gehört, kurz bevor Meeuwsen den Ball über das Netz gedonnert hat.  Nach einiger Zeit wirst du realisieren, dass es sich um ein Klatschgeräusch handelt – vielleicht zunächst noch denken, dass ein übereifriger Fan der Niederländer den Punkt feiert, bevor er gemacht wurde. Falsch gedacht – denn das Klatschen kommt nicht aus den Tribünen, sondern direkt vom Court, direkt von seinem Partner Brouwer. Frag uns nicht warum, aber der Olympia-Medaillenträger hat eben diese ungewöhnliche Technik des Klatschens, kurz bevor er den Ball aufspielt, entwickelt. Ob sie funktioniert? Frag Rob!