Wie das Vienna Major 2020 ausgegangen WÄRE (Männerbewerb)

13.08.2020 - Vienna, Austria

Um euch über die ausgefallene Saison hinwegzutrösten, haben wir ein kleines "Was wäre wenn"-Spiel gewagt!

Wenn du  in den verrückten Zeiten, in denen wir derzeit leben, noch halbwegs klar denken kannst, ist dir wahrscheinlich schon ein paar Mal in den Sinn gekommen, dass diese Woche eigentlich DIE WOCHE sein sollte. Diejenige, in der wir alle in einer der schönsten Städte der Welt zusammenkommen würden, um beim A1 Major Vienna Weltklasse-Beachvolleyball zu erleben.

Leider konnte die Veranstaltung in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie nicht durchgeführt werden, und darüber sind wir mindestens genauso traurig wie alle Fans. Wir konnten nicht umhin, uns zu fragen, wie das Turnier abgelaufen wäre und welche Mannschaften die Ehre gehabt hätten, am Ende der Woche in der herrlichen Red Bull Beach Arena der Donauinsel auf dem Podium zu stehen.

Wir waren so neugierig darauf, dass wir euch diese Frage vor ein paar Wochen sogar auf Instagram gestellt haben: „Wer hätte das Vienna Major gewonnen?“  Das Ergebnis jener Übung ist dieser fiktive Artikel, der natürlich nicht annähernd die Gänsehaut ersetzen wird, die Beachvolleyball live auslöst. Aber er tröstet vielleicht ein bisschen über die Absage hinweg und lässt uns von besseren Zeiten träumen:

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Hast du schon einmal daran gedacht, dass das Riesenrad Glück bringen könnte? Ich meine, gibt es noch einen anderen logischen Grund, warum dieselbe Mannschaft drei aufeinanderfolgende Saisons lang eines der härtesten Beach-Volleyball-Turniere der Welt gewinnen würde, ohne ein einziges Spiel zu verlieren?

Wir können natürlich nur spekulieren, aber seit sie auf dem kultigen Riesenrad standen, dem Wahrzeichen Wiens, hat die Stadt diese Beach-Volley-Wikinger ziemlich gut behandelt, nicht wahr?

Nun, es sind Anders Mol und Christian Sørum, über die wir hier sprechen – sie gewinnen einfach! Erinnert ihr euch noch, als sie das Gstaad Major 2018 gewannen, nachdem sie für das Turnier an 15. Stelle gesetzt waren? Oder als sie in der gleichen Saison 22 Spiele in Folge am Siegerpodest standen?

Ihr dritter Sieg in Folge beim Vienna Major wäre eine logische Konsequenz und ebenso episch! Kein Team hätte je in drei aufeinanderfolgenden Saisons dasselbe Turnier der Beach Major Series gewonnen. Aber wenn es jemals jemand schaffen sollte, dann müssten es die Vikings sein.

Vermutlich wäre es keineswegs ein Kinderspiel gewesen. In unserer Vorstellung wären ihre Gegner im Spiel um die Goldmedaille niemand Geringeres als die amtierenden Weltmeister, die formidablen Russen Oleg Stoyanovskiy und Viacheslav Krasilnikov. Übrigens ist dies zweifelsohne die derzeit coolste Beach-Volleyball-Rivalität, bei der vier fantastische Spieler und sympathische Jungs rund um den Globus gegeneinander antreten.

Die Red Bull Beach Arena wäre auch heuer - wie immer in Wien - gut besucht gewesen. An Goldmedaillen-Spieltagen spürt man die Energie auf der Wiener Donauinsel bereits am frühen Morgen und auch heuer wäre die Spannung förmlich greifbar gewesen.  

Diesmal wäre der Sieg der Wikinger wahrscheinlich ganz schön schwer geworden: Nach dem ersten Satz des Finales zu urteilen, würde ein dritter Sieg in Folge für die jungen Norweger zuerst mal ganz weit entfernt scheinen.  Mit dem 2,10 m hohen Oleg, der das Netz versiegelt, und Slava, der die Serves rüber bombt und alles verteidigt, was auf seiner Seite des Netzes landet, könnte ein erster Satz locker mal 21:16 für die Russen ausgehen.

Aber, wie wir schon oft gesehen haben, Druck kennen die Wikinger nicht. Christian ist tagein, tagaus eiskalt, und Anders ist zwar manchmal etwas emotionaler, aber er hat einen brillanten Verstand, der es ihm ermöglicht, selbst in den widrigsten Situationen Lösungen zu finden. Mit diesem Skill-Set ausgestattet, würden sie einfach weitermachen mit dem, was sie am besten können: ausweichen, blocken und verteidigen! Und nach ein paar kleinen Anpassungen würde es auf einmal im zweiten Satz 21:18 für Norwegen stehen.  

Start der entscheidenden Phase. Für beide Mannschaften wäre nun der große Ruhm nur einen Satz entfernt. Spätestens jetzt wäre es angesagt, keine Fehler zu machen. Eine Art Side-Out-Kampf würde sich abzeichnen. Punkt für Norwegen, Punkt für Russland – hin, her, vor und zurück – wie ein Uhrwerk.

Nach ein paar von Slava bestrittenen Matchbällen käme dann der große Clou – eine unorthodoxe Entscheidung von Christian!  „Den serviere ich auf Oleg!“, könnte ein Gedanke des blonden Hünen sein, bevor er den Ball über das Netz katapultiert. Falsch kalkuliert – auch das passiert einem Top-Spieler manchmal. Fast würde der Ball im Netz hängen bleiben – ein Fehler, der in dieser Spielphase fatale Folgen hätte. 

Aber wir glauben, dass das Riesenrad-Glück den zwei Beachvolleyballern aus dem Norden auch 2020 hold gewesen wäre. Der Ball wäre ein paar bange Millisekunden lang an der Netzkante entlanggerollt. Oleg hätte erfasst, was gleich passieren würde – wäre gesprungen, sein langer muskolöser Arm maximal ausgestreckt, um den fallenden Ball doch noch zu erreichen. Aber es hätte nicht gereicht. Der Mikasa hätte den Sand auf Seite der Russen berüht. Punkt für die Vikings – der entscheidende Punkt!

19-17!

Norwegische Fahnen.

Wikinger-Helme.

Wikinger-Applaus.

Wikinger-Salto.

Wieder einmal – zum dritten Mal!

Und so hätte das Männerfinale des Vienna Major 2020 ablaufen können. Intensiv, wie immer. Sportlich genial, wie immer. Fantastisch, wie immer. Wie es im Jahr 2021 dann auch hoffentlich sein wird.

Goosebumps don't lie - See you @ the Beach!